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November 4, 2002

GEEIGNET ALS T-1000: EIN INTERVIEW MIT ROBERT PATRICK

Befragt man Arnold-Fans nach ihrem Lieblingsstreifen von Arnold, dann fällt den meisten die Antwort nicht schwer: Terminator 2: Tag der Abrechnung! Und auch Arnold bezeichnet Terminator 2 als seinen Lieblingsfilm unter seinen eigenen Kinostreifen. Gründe, ein Fan von T2 zu sein, gibt es in der Tat genug. Die mitreißende Story, gepaart mit bahnbrechenden Spezialeffekten und halsbrecherischen Stunts, versetzen das Publikum unvermittelt zurück in die Welt von John und Sarah Connor und ihrem Kampf gegen Skynet.

Vor den Filmkameras wurde jedoch noch jemand anders in eben diese Welt geschickt - eine Person, die sofort zu einem der Gründe wurde, weshalb dieser Streifen von den Fans so sehr geschätzt wird. Es handelt sich um Robert Patrick - und wenn ihr wirkliche Arnold-Fans seid, dann wisst ihr natürlich auch, welche Rolle er in dem Film spielte. Robert Patrick war noch relativ unbekannt, bis er für die Rolle als Arnolds Widersacher ausgewählt wurde. Als scheinbar unaufhaltsamer Terminator aus flüssigen Metall gelangte Robert Patrick dank T2 schlagartig zu Weltruhm.

Warum auch nicht? Seine körperlichen Voraussetzungen, unermüdliches Training, Engagement und sein Hang zur Perfektion sicherten ihm die interessante Rolle des T-1000, und er stellte dabei zweifelsohne unter Beweis, dass er in der Lage war, auch schwierigste Rollen zu übernehmen - darunter selbst eine so herausfordernde Rolle wie den Kampf gegen Arnold.

Ebenso wie Arnold ist auch Robert ein Fan von Harley Davidson-Motorrädern und, auch dies eine Parallele zu Arnold, er verwendet einen Großteil seiner Freizeit für wohltätige Zwecke. Am 10. November nimmt Robert am Love Ride 19 teil. Wenn ihr mehr über Robert Patrick und den Love Ride erfahren wollt, dann besucht einfach seine offizielle Website unter:www.robert-patrick.com.

Diese Woche konnten wir Robert für ein Telefon-Interview gewinnen.

Schwarzenegger.com: Wie war deine Kindheit und Jugend? Welches Leben führte der junge Robert Patrick?

Robert Patrick: Der junge Robert Patrick zog oft um mit seinen Eltern. Ich habe in Atlanta, Boston, Dayton, Detroit und Cleveland gewohnt, bevor ich nach Hollywood kam. Ich war damals schon sehr athletisch, spielte Baseball und Football. In Detroit ging ich zur High School. Ich habe während meiner gesamten Zeit an der High School Sport getrieben.

Schwarzenegger.com: Wann hast du dich für die Schauspielerei entschieden?

Robert Patrick: Während meiner Zeit am College wurde mir klar, dass ich Schauspieler werden wollte. Ich war damals achtzehn oder neunzehn. Meine erste Rolle spielte ich aber bereits als Kind, als ich in Atlanta im Bundesstaat Georgia in einer Peter Pan-Aufführung mitspielte. Ich war damals in der dritten Klasse und meine Rolle war "Peter Pan".

Schwarzenegger.com: Wann trafst du zum ersten Mal Arnold?

Robert Patrick: Ich traf Arnold zum ersten Mal bei einem Abendessen. Jim Cameron hatte mich eingeladen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das war im Restaurant Michael's in Santa Monica. Es war ein Abendessen mit Linda Hamilton, Jim Cameron, Arnold und seiner Frau Maria. Arnold war wirklich großartig an dem Abend. Er hat wirklich Sinn für Humor. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu Abend zu essen. Er ist wirklich ein toller Tischgast. Das war das erste Mal, dass ich ihn traf, und er war einfach nur super. Ein wirklich netter Kerl, ich fühlte mich in seiner Anwesenheit wie zu Hause. Und ich war natürlich begeistert von Maria. Sie ist wirklich ein ganz besonderer Mensch, eine richtige Dame. Arnold kann sich in der Tat glücklich schätzen.

Schwarzenegger.com: Beschreibe uns doch mal deine Erfahrungen bei den Dreharbeiten zu Terminator 2. Machte es Spaß, mit Arnold und der Terminator-Crew zu arbeiten?

Robert Patrick: Ich hatte viel Spaß mit Arnold bei den Dreharbeiten. Wir haben beide sehr professionell gearbeitet. Wir erschienen am Drehort, taten unsere Arbeit, und standen wirklich unter Druck - na ja, ich stand unter Druck, denn ich war ja noch nicht bekannt und hatte diese tolle Rolle bekommen. Diese Chance wollte ich mir natürlich nicht vermasseln. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, um alles perfekt zu machen. Ich war also nicht gerade in einer Situation, um viel herumzualbern. Ich war von mir selbst nicht genug überzeugt, um Witze zu machen oder recht viel Spaß zu haben. Für mich war das eine ziemlich ernste Angelegenheit. Also kam nicht meine ganze Persönlichkeit während der Dreharbeiten zum Vorschein, weil ich zu große Angst hatte zu versagen. Ich fühlte sehr großen Druck allein schon aus Respekt gegenüber Jim Cameron und Arnold. Ich wollte mein Bestes geben. Aber es gab da ganz bestimmt auch lustige Ereignisse. Ich erinnere mich da an diese eine Szene. Im letzten Kampf, wo ich mit einer Eisenstange auf Arnold einschlage. Arnold trug eine Armprothese, sein echter Arm war auf seinen Rücken gebunden. Es gab da eine ganz besondere Stelle, auf die ich schlagen durfte. Diese Stelle war gepolstert und, damit es wirklich echt aussah, durfte ich ihn eben da schlagen. Ich erinnere mich an eine Aufnahme, bei der ich diese Stelle verfehlte und ihn auf den richtigen Arm schlug. Er ist nicht zurückgewichen, er hat sich nicht einmal bewegt. Als die Szene abgedreht war, hat er sich zu mir umgedreht und einfach nur gesagt: "Robert, das war mein richtiger Arm". Ich war also etwas besorgt, dass er sich an mir rächen würde, aber das tat er nicht.

Schwarzenegger.com: Hast du schon beim Casting für den T-1000 gewusst, dass deine Rolle so unvergesslich werden würde?

Robert Patrick: Na ja, selbstverständlich habe ich das gehofft. Ich wollte einfach ein guter Gegner für Arnold sein. Der Reiz des Films liegt ja darin, dass ich Arnold ebenbürtig bin, oder gar überlegen, damit das Publikum auch glauben kann, ich könnte Arnold besiegen. Ich hatte wirklich großes Vertrauen in Jim Cameron und Stan Winston und allen, die am Film mitgearbeitet haben. Meine Verantwortung bestand also darin, wirklich das Beste zu geben. Ich wollte weder ihn noch irgendjemanden enttäuschen. Aber ich habe wirklich gehofft, es würde zu einer unvergesslichen Rolle werden. Ich hatte schon irgendwie das Gefühl, es könnte etwas Besonderes werden, aber mir war nicht wirklich bewusst, welchen Einfluss diese Rolle auf mich haben würde und wie sich mein Leben dadurch verändern würde.

Schwarzenegger.com: Du hast auch in "Last Action Hero" und "Wayne's World" die gleiche Rolle gespielt?

Robert Patrick: Oh ja, ja, habe ich. Und es war sehr großzügig von Jim Cameron, mir zu erlauben, die Rolle in diesen Filmen zu übernehmen.

Schwarzenegger.com: Wie bist du an diese Rolle herangegangen?

Robert Patrick: Es brauchte schon viel Vorbereitung, um mich selbst davon zu überzeugen und wirklich zu glauben, dieses Ding zu sein. Ich habe alles nur Erdenkliche unternommen, wirklich überall versucht, mir von anderen Leuten etwas abzuschauen.

Schwarzenegger.com: Selbst von Arnold in seinem ersten "Terminator"?

Robert Patrick: Ich habe Arnold und seine Bewegungen im ersten Film beobachtet. Ich habe versucht, etwas zu bringen, was dem ähnlich ist. Aber wenn man sich das innere Skelett der beiden Charaktere anschaut, sieht man, dass sie verschieden sind, und damit auch ihre Bewegungen. Meines war etwas fließender, aber ich wollte unbedingt viele Dinge, die er gemacht hatte, auch wiedergeben. Ich dachte, es wäre angemessen, und schließlich hat es mir geholfen. Ich habe die Rolle wohl bekommen, weil ich bei den Proben das einbrachte, was ich in dem Film gesehen hatte. Also ein klares Ja auf die Frage: Ich kannte den Film und habe versucht, vieles davon auch in meine Rolle einzubringen.

Schwarzenegger.com: Bist du an die Rolle des Agent Doggett in "Akte X" anders herangegangen?

Robert Patrick: Oh ja, diese Rolle, der T-1000, ist total anders als alles, was ich seitdem gemacht habe. An andere Rollen geht man natürlich ganz anders heran. Doggett ist schließlich ein Mensch aus Fleisch und Blut. Es gibt also große Unterschiede in der schauspielerischen Verkörperung einer solchen Rolle, und jeder anderen Rolle seither. All die Dinge, auf die ich als Terminator verzichten musste, kann ich jetzt in meine Arbeit und in diese Filmfiguren einbringen.

Schwarzenegger.com: Der T-1000 schien auch eine Art schrägen Humor zu besitzen. War das bewusst so gewollt?

Robert Patrick: Jim Cameron wollte das so, und ich bin wirklich froh, dass er diese Entscheidung traf. Genau, das war alles Jims Idee. Ich selbst habe auch Sinn für Humor. Ich habe Sinn für einen schrägen, etwas trockenen Humor. Ich habe Jims Humor ganz gut verstanden und er hat auch gut zu mir gepasst. Gott sei Dank hat er nichts weiter von mir verlangt.

Schwarzenegger.com: Würdest du den T-1000 als deine Lieblingsrolle bezeichnen?

Robert Patrick: Ich bin besonders stolz auf diese Rolle, aber ich kann nicht sagen, dass es meine Lieblingsrolle wäre. Aber zumindest ganz nah dran. Ich habe seitdem einige Rollen gespielt, auf die ich wirklich sehr stolz bin. Besonders stolz bin ich auf meine Rolle in "Copland". Mir hat die Rolle in "Terminator 2" wirklich gut gefallen. Und danach habe ich eine Menge Filmrollen gespielt, die ich sehr genossen habe. Ich habe die Rolle des John Doggett WIRKLICH genossen, das war definitiv eine Rolle, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Das könnte meine Lieblingsrolle sein. Genau, Doggett könnte tatsächlich meine Lieblingsrolle sein. Die Figur, die ich in "Copland" gespielt habe, hat mir sehr gut gefallen. Daneben habe ich noch einen kleineren Film, "The Only Thrill", mit Sam Shepherd, Diane Keaton und Diane Lane und außerdem einen sehr obskuren, kleinen Independent-Film mit dem Titel "Texas Funeral" mit Martin Sheen gedreht. Er war großartig. In dem Film spielte er meinen Vater. Ich genieße es jetzt ein wenig mehr, Menschen darzustellen.

Schwarzenegger.com: Die Spezialeffekte, die den T-1000 zum Leben erweckten, waren atemberaubend. Sie stellten aber auch große Anforderungen an dich. Kannst du uns dazu mehr erzählen?

Robert Patrick: Jeder, der an dieser Figur beteiligt war, war sehr verständnisvoll. Man hat mir erlaubt, wirklich mitzuarbeiten und zu verstehen, was als nächstes mit mir gemacht wird. Die beteiligten Leute von ILM und das Team von Stan Winston wollten wirklich meinen Beitrag zum physischen Aspekt der Rolle und dem Verständnis der Rolle. Sie waren daran interessiert und sie filmten es, um einen Eindruck von meinen Bewegungen, meinem Gang zu bekommen und sogar, wie ich als T-1000 laufen würde. Das ist komisch, das waren die Dinge, die einen nachhaltigen Eindruck auf jedermann hinterließen, die Art, wie ich ging und lief. Ich denke, dass dies der Beitrag war, den ich selbst zu den Spezialeffekten geleistet habe - die körperlichen Eigenschaften, die mit der Arbeit von ILM und Stan Winston abgestimmt wurden. Und deshalb erscheint auch alles so nahtlos. Am Anfang hatte das Team ja auch keine klare Vorstellung davon, wie meine Rolle umgesetzt werden könnte. Sie waren z.T. auch ratlos, wenn sie versuchten, sich meine Szenen konkret vorzustellen. Ich musste meinen Part ganz exakt spielen, und es war teilweise sehr frustrierend, denn niemand konnte mir genau sagen, was zu tun und wie es zu erreichen war. "Wir sind auch etwas ratlos. Ich kann dir auch nur sagen, dass du hier reinkommen und diese Markierung treffen musst. Du hast sie um ein Viertel Zoll verfehlt, du musst sie aber genau treffen." Das waren so die Kommentare bei den Dreharbeiten... Also eine Art von Schauspielen unter einem Mikroskop. Vor den eigentlichen Dreharbeiten wurde alles genau geprobt. Ich habe mich auch mit Kampfsport beschäftigt, um meine Bewegungen besser verstehen zu können.

Schwarzenegger.com: Welche Kampfsportarten?

Robert Patrick: Es nennt sich Wushu. Ich hatte einen Freund, der das ausgezeichnet beherrscht. Er hat mir die Grundlagen beigebracht. Sein Name ist Steve Cook. Ich habe so ziemlich alles verwendet, was ich in seinem Trainingslager gelernt habe. All das Training und das Training, das ich mit diesem anderen Kerl absolvierte, hat mir geholfen, zu glauben, ich sei wirklich dieser Roboter. Und wie ich schon vorher sagte, genau das war das Geheimnis. Jeden Tag musste ich mich selbst aufs Neue davon überzeugen, und das war nicht immer einfach. Man wird oft abgelenkt. Ich betrachte die ganze Erfahrung, die ich bei T2 gemacht habe, als eine Art militärisches Trainingslager, das ich durchhalten und irgendwie bestehen musste.

Schwarzenegger.com: Welche Pläne hast du für die Zukunft, nachdem die Arbeiten zu "Akte X" nun ja abgeschlossen sind?

Robert Patrick: Ich stecke gerade in den Dreharbeiten zu "Charlies Engel 2". Ich spiele einen US-Marshal, der mit den Mädchen, den Engeln, zu tun hat. Es macht mir wirklich Spaß. Ich arbeite mit allen drei Mädchen, also mit Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore. Demi Moore spielt auch in dem Film mit. In "Stiptease" standen wir schon gemeinsam vor der Kamera. Die Dreharbeiten mit ihnen machen richtig Spaß. Ich habe eben den Pilotfilm zur Serie "Snitch" für FX Network abgedreht. Ich bin sehr aufgeregt und ich hoffe, es läuft gut an. Das werden wir dann in ein paar Wochen wissen. Für NBC habe ich eine Mini-Serie mit dem Titel "First to Die" gemacht, die im Februar auf Sendung gehen soll. Soweit der aktuelle Stand. Bis Ende des Jahres bin ich also wirklich beschäftigt, und ich bin sicher, danach kommt wieder etwas Großartiges. An dieser Stelle möchte ich natürlich noch erwähnen, dass meine Erfahrungen mit T2 und die Arbeit mit Arnold mein Leben vollständig verändert haben. Ich bin allen Beteiligten zu großem Dank verpflichtet, weil ich damit ein Sprungbrett zu einer großen Karriere bekommen habe.

Schwarzenegger.com: Wie denkst du über T3? Freust du dich schon darauf?

Robert Patrick: Ich freue mich riesig darauf. Ich kenne Jonathan Mostow. Ich habe ihn schon mal getroffen, er ist wirklich eine toller Mensch. Ich habe vollstes Vertrauen in ihn als Regisseur, Autor und Filmemacher. Ich denke, er ist in der Lage, einen erfolgreichen Film daraus zu machen. Und es wird sicherlich spannend sein, zu sehen, was sie alles aus den ersten beiden Filmen verwenden werden. Ich kann es kaum erwarten, in die Vergangenheit oder Zukunft - oder wohin auch immer - transportiert zu werden und zu sehen, was Arnold aus dem Stoff macht.

Schwarzenegger.com: Hast du noch irgendwelche Tipps für Kristanna Loken, der neuen Terminatrix?

Robert Patrick: Lehn dich zurück und genieße es! Wenn ich mit ihr VOR den Dreharbeiten gesprochen hätte, dann hätte ich ihr wohl geraten, nicht zu blinzeln! Ich habe immer versucht, so wenig wie möglich mit den Augen zu blinzeln. Aber es ist wirklich schwierig, das zu kontrollieren, vor allem wenn man gerade mit 'ner Waffe schießt. --
 


 

Terminator 2:3D - Holt euch die Action
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